Landkarten der Demokratie

Die Wanderausstellung „Landkarten der Demokratie – 100 Jahre Republik Österreich“ findet im Rahmen des Programms „Geschichte gemeinsam verhandeln“ als Beitrag zum Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018 statt. Gefördert vom Bundeskanzleramt. Programmkoordination: KulturKontakt Austria (aus Mitteln des BMBWF).

Folgende Schwerpunkte werden verhandelt:

2018: 100 Jahre Republik Österreich

2020: 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung

2030: 5 Jahre United Communities?

 

Landkarten der Demokratie. Eine Wanderausstellung

Dauer: jeweils 1 Tag inklusive zweistündigem Wahlexperiment. Entlang historischer Ereignisse soll mit dem Fokus auf die Freien Wahlen beziehungsweise Wahlsysteme sowohl die Entstehungsgeschichte als auch Zukunft der Republik Österreich künstlerisch hinterfragt werden.

„Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.“ (Walter Benjamin)

Die Ausstellung umfasst an die 30  Mindmaps/ Landkarten der Demokratie, die im September 2018 in Kooperation mit der NMS Bleiburg erarbeitet werden. 20 Jugendliche und 4 Unterrichtende der NMS Bleiburg haben sich vorgenommen, zusammen mit 3 Illustrator*innen und moderiert vom Historiker Raimund Grilc, die Entwicklung der Demokratie in Österreich zu kartografieren. Damit wollen sie Wegstrecken in die Zukunft sichtbar machen.

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Parallel Vienna 2016 mit Herwig Steiner/ HST

Intention

 

„Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.“ Nach Walter Benjamin birgt jede Erzählung aus der Vergangenheit eine verpasste oder neue Chance beziehungsweise eine Inspiration für die Zukunft.

Was soll anders sein? Die direkte und permanente politische Partizipation als Grundrecht – kaum ein gesellschaftlicher Vorstoß in diese Richtung hat den Widerstand, auf den er prompt getroffen war, auch überdauert. Die erstrittenen Volksabstimmungen und Freien Wahlen sind lediglich ein Kompromiss. Die eigentlichen Bottom-Up-Alternativen der Moderne wurden immer nur kurzfristig öffentlich wahrgenommen, meist nur mehr als nieder geschlagener Arbeiter- oder Studentenprotest. Die konservativen Top-Down-Hierarchien haben sich bis heute erhalten. In Österreich ist das Volk zwar der Souverän, doch in den Systemen und Subsystemen der erst 100jährigen Republik, also den Ministerien, Parteien, Vereinen und Schulen entscheiden immer noch Einzelne mit mehr oder weniger legitimen Ansprüchen über die Köpfe der anderen hinweg. Kann das langfristig gut gehen? Wie vertragen sich diese alten monarchischen Macht- und Feudalstrukturen mit den neuen individuellen Lebenskonzepten?

Kambiz Poostchi – der Architekt des „Open System Model“ – unterscheidet zwischen zwei Freiheitsbegriffen, der Freiheit >von< und jener >für< etwas. Man kann also frei sein >von< Beziehungen, beruflichen Zielen, gesellschaftlichen Terminen und so weiter aber auch frei >für< diese sozialen Belange. Dem selben Gedanken folgte Joseph Beuys mit seinem und Johannes Stüttgens „Omnibus für direkte Demokratie“, der in seinen Ursprüngen ein radikal freies Gesellschaftsmodell war, nämlich für alle. „Jeder ist ein Künstler.“ Später, nach den ersten Wahlerfolgen der Nachfolge-Bewegungen „Atomkraft Nein Danke“ und „Vereinte Grüne“ wurden einige der wesentlichsten Forderungen zurückgenommen, unter anderem die nach der Umkehrung der Macht zu einer von unten nach oben. Dies regen auch die „United Communities“ des Künstlers und Museologen Alex Samyi an. Die „Weltunion der Gemeinden mit den Museen als neue politische Zentren“ sind das Herzstück der MAB-Sammlung sozialer Modelle der Kunst und werden, eigens für die Wanderausstellung neu illustriert, als eine der möglichen Zukunftsrouten in das Projekt eingebracht.

Die Wahl, die man nicht verlieren kann

Das Wahlexperiment beginnt mit einem kurzen künstlerischen Impuls und einer moderierten Vorstellungsrunde. Je nach Größe der teilnehmenden Gruppe soll am Ende per Stimmzettel aus der Gesamtheit aller Anwesenden ein fünf bis neunköpfiger Rat aus „gleichberechtigten Bürgermeister*innen“ gewählt werden…

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