STIMMEN AUF ZETTELN

…nennt sich die mehrmals verschobene und umbenannte, im Vorlauf zum Jubiläumsjahr 2020 – 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung – geplante erste Wanderausstellung des MAB durch Kärnten. Eröffnung voraussichtlich am 23. November 2018 (100 Jahre Beginn des Kärntner Abwehrkampfes).

Dauer: jeweils 1 Tag inklusive zweistündigem Wahlexperiment. In 7 Themengruppen wird entlang historisch recherchierter Ereignisse die Bedeutung und Geschichte der Freien Wahlen künstlerisch hinterfragt – auf Zetteln.

Historische Recherche: Raimund Grilc

Zeitgenössische Cartoons

Kurator: Alex Samyi

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Parallel Vienna 2016 mit Herwig Steiner/ HST

Mögliche 7 Themengruppen
1. Kärntner Volksabstimmung / andere
2. Erste Bürgerbewegungen / Französische Revolution – Wiener Kongress, Erster und Zweiter Weltkrieg
3. Freie Wahl der Identität (Beruf, Religion, Nationalität) – Charta der Menschenrechte – Freie Bildung (Aufklärung/ Selbstaufklärung)
4. Volksbegehren (Atomkraft Nein Danke), Lichtermeere (We Are Many – Film), Social Media Kampagnen (Yes We Can, Arabischer Frühling)
5. Wahlsystem/ Wahlrecht
6. Mitsprache – direkte Partizipation – Experimente um 1900/ 1970/ jetzt (Anarchisten, Freikörperkultur, Kibbuz, Longo mai, Hippies, Jam)
7. Wahlkampf/ Streitkultur, Lobbying – Framing – Presse – politische Schwerpunkte/ Reformen

 

Intention
Glück ist nach dem Hirnforscher Gerald Hüther von zwei Faktoren abhängig: der sozialen Verbundenheit und der individuellen Freiheit. Kambiz Poostchi – der Architekt des „Open System Model“ – unterscheidet zwischen zwei Freiheitsbegriffen, der >Freiheit von< und der >für< eine Sache/ Kooperation/ Partnerschaft. Dieses >Für< ist eine Wahl, die mehr oder weniger frei sein kann.

In Österreich ist die Staatsgewalt bei den BürgerInnen. Wie gehen die ÖsterreicherInnen mit dieser Macht eigentlich um? Wie passen die neuen individuellen Lebenskonzepte zu den alten Feudalmechanismen, wie sie in den Grundstrukturen des politischen Systems der erst 100jährigen Republik noch erhalten sind? Wie genau ist das geregelt, was wir als Freie Wahlen bezeichnen? Wieviel Kultur ist in der Streitkultur? Ist jedes Dagegen-Sein automatisch schon ein Dafür-Sein? Wieviel Erneuerungskraft steckt in einer Wahl?

Die „United Communities“ des Künstlers, Museologen und Museumsleiters Alex Samyi sind das Herzstück der MAB-Sammlung sozialer Modelle der Kunst und werden auch in dieser Wanderausstellung gezeigt. Von der Baha`i-Religion inspiriert aber ohne jeden religiösen Anspruch regen sie eine Weltunion der Gemeinden mit den Museen als neue politische Zentren an. Die Verhandlung aller gesellschaftlichen Belange findet bei regelmäßigen BürgerInnenversammlungen (Jour fixe) in den Museen oder ähnlichen öffentlichen Kultureinrichtung statt. Diese sind an ein globales Netz aus frei gewählten Räten angebunden, das von unten nach oben hierarchisch organisiert ist.

Das Wahlexperiment beginnt mit einer moderierten Gesprächsrunde. Thema: was eigentlich haben wir im Kopf? Wie Bildung, Kultur und Politik zusammenhängen. Je nach Größe des Publikums soll am Ende der Gesprächsrunde per Stimmzettel ein fünf bis neunköpfiger Rat aus gleichberechtigten BürgermeisterInnen gewählt werden, nämlich ohne Kandidatur aus der Gesamtheit der Anwesenden! Die Weltherrschaft der Museen wird ausgerufen!

IMG_20160508_161131MUSEUMS CHANGE LIVES

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