Landkarten der Demokratie

„Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.“ (Walter Benjamin)

 

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WANDERAUSSTELLUNG

Wann ist ein Runder Tisch wirklich rund und wann sind Freie Wahlen wirklich frei? So lauten die zwei Themen, die im Jänner 2019 mit der Wanderausstellung LANDKARTEN DER DEMOKRATIE auf die Reise geschickt wurden. Ein lose über einen runden Segment-Tisch ausgebreitetes Display aus Skizzen und Notizen zeichnet entlang der gängigsten Begriffe der Demokratie 100 Jahre Republik Österreich nach. Am selben Tisch, bei einem Gespräch und anschließenden Wahlexperiment werden mit dem Publikum vertraute und weniger vertraute Möglichkeiten der politischen Mitsprache (also auch der Runde Tisch selbst) diskutiert werden. In den Schulen vormittags und Kulturstätten abends dauert die Veranstaltung etwa zwei Stunden. Die Wanderausstellung ist das Ergebnis eines Workshops, der in Kooperation mit der NMS – Neuen Mittelschule Bleiburg/ Pliberk im Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018 im Rahmen des von Kultur-Kontakt Austria österreichweit ausgeschriebenen Programms „Geschichte gemeinsam verhandeln“ stattgefunden hat. Die realisierten Projekte, darunter auch die Landkarten der Demokratie wurden dann in Wien im neu eröffneten hdgö – Haus der Geschichte Österreich präsentiert. 21 Jugendliche haben gemeinsam mit den Künstlerinnen Patricia Deisl, Edith Payer und Loretta Stats die Machtstrukturen der Republik hinterfragt. Moderiert hat die Gruppe der ehemalige Geschichtslehrer und Politiker Raimund Grilc. Die begleitenden Lehrerinnen der Schule waren Direktorin Christine Meklin-Sumnitsch, Anna Maria Kutej, Maria Kušej und Luzia Kreutz. Der Schwerpunkt lag auf den Freien Wahlen. Die geplante Tour ist somit auch schon eine Vorbereitung auf 2020 und DIE FREIHEIT DER WAHL, jene Ausstellung, die 100 Jahre nach dem Kärntner Plebiszit die Freiheit der Wahl ausloten will.

Dauer: 2 Stunden inklusive Rund-Gang, Table Talk und Wahlexperiment.

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Wolfsberg, Container 25, am 11.01.2019

 

Intention

Das MAB sammelt soziale Modelle der Kunst, Alternativen der Gesellschaft, die zum Teil in Vergessenheit geraten sind. Die Botschaft der Moderne war klar: „Das Volk kann doch seine Interessen selbst vertreten.“ 1971 gründete der hier zitierte Künstler Joseph Beuys zusammen mit Johannes Stüttgen und Karl Fastabend die „Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“. Dazu wurde ein Manifest unter anderem mit der Forderung der „politischen Willensbildung von unten nach oben“ verfasst. „Jeder Mensch ist ein Künstler, seine kreativen Handlungen können zum Wohl der Gesellschaft beitragen.“

In Referenz auf Beuys „Permanente Konferenz“ laden die Table Talks der LANDKARTEN DER DEMOKRATIE dazu ein, die Zukunft der Runden Tische und deren Prinzips der Gleichheit zu verhandeln. Gemeinsam mit dem Projektpartner Lukas Vejnik von PolyLoge wurde ein Konzept entwickelt, wie man über ein ganzheitliches Bewusstsein und das Modell der Teamarbeit in einen produktiven Wissensaustausch treten kann und damit gegen das Vergessen, die Diskriminierung und den Hass ankommt, die die Politik wieder zu bestimmen drohen.

 

Das Wahlexperiment

Das Gesellschaftsmodell „United Communities/ die Weltherrschaft der Dörfer mit den Museen als neue politische Zentren“ des Museumsgründers Alex Samyi dienen diesem Wahlexperiment als Vorlage . Simuliert wird eine Wahl, bei der frei, geheim und ohne Kandidatur aus dem Kreis aller Teilnehmenden gewählt wird, nämlich ein Kuratorium aus fünf, sieben oder neun gleichberichtigten Personen mit dem fiktiven Auftrag, eine lokale BürgerInnen-Initiative zu gründen. Bei dieser Wahl verlässt man sich alleine auf das eigene Sensorium für die Talente und Fähigkeiten der anderen. Dasselbe Experiment wurde bereits im Workshop mit den 21 SchülerInnen der NMS Bleiburg durchgeführt und verspricht ein ganz neues Gefühl von Freiheit (- und sozialer Verbundenheit).

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