Stimmzettel. Stimmungen auf Zettel

…nennt sich nun die mehrmals verschobene, umbenannte, neu konzipierte und im Vorlauf zu 2020 – 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung – geplante erste Wanderausstellung des MAB durch Kärntner Bezirke/ Gemeinden.

Dauer: jeweils 1 Tag inklusive zweistündigem Wahlexperiment. In 7 Themengruppen wird entlang historisch recherchierter Ereignisse die Bedeutung und Geschichte der Freien Wahlen künstlerisch hinterfragt.

Historische Recherche: Raimund Grilc.

Kurator: Alex Samyi

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Parallel Vienna 2016 mit Herwig Steiner/ HST

Mögliche 7 Themengruppen
1. Kärntner Volksabstimmung / andere
2. Erste Bürgerbewegungen / Französische Revolution – Wiener Kongress, Erster und Zweiter Weltkrieg
3. Freie Wahl der Identität (Beruf, Religion, Nationalität) – Charta der Menschenrechte – Freie Bildung (Aufklärung/ Selbstaufklärung)
4. Volksbegehren (Atomkraft Nein Danke), Lichtermeere (We Are Many – Film), Social Media Kampagnen (Yes We Can, Arabischer Frühling)
5. Wahlsystem/ Wahlrecht
6. Mitsprache – direkte Partizipation – Experimente um 1900/ 1970/ jetzt (Anarchisten, Freikörperkultur, Kibbuz, Longo mai, Hippies, Jam)
7. Wahlkampf/ Streitkultur, Lobbying – Framing – Presse – politische Schwerpunkte/ Reformen

Intention
Glück ist nach dem Hirnforscher Gerald Hüther von zwei Faktoren abhängig: der sozialen Verbundenheit und der individuellen Freiheit. Kambiz Poostchi – der Architekt des „Open System Model“ – unterscheidet zwischen zwei Freiheitsbegriffen, der >Freiheit von< und der >für< eine Sache/ Kooperation/ Partnerschaft.

Ist die Staatsgewalt wirklich bei den Bürgern/ Bürgerinnen? Wie passen die neuen individuellen Lebenskonzepte zu den alten Macht-Strukturen, wie sie in den Subsystemen der Demokratie nach wie vor erhalten scheinen? Haben wir eine Wahl? Was wir als Freie Wahlen bezeichnen, sind das wirklich freie Wahlen? In Wahrheit geht es nicht darum, konservativ oder modern zu sein, Mitte rechts oder Mitte links, sondern um den Umgang miteinander. Muss gestritten werden und gekämpft oder darf es einen respektvollen kreativen Austausch geben?

Die „United Communities“ des Künstlers, Museologen und Museumsleiters Alex Samyi sind das Herzstück der MAB-Sammlung und werden als soziales Modell auch in der Wanderausstellung gezeigt. Von der Baha`i-Religion inspiriert regen sie eine Weltunion der Gemeinden mit den Museen als neue politische Zentren an und sind in Teilen auch eine Referenz an Joseph Beuys „Permanente Konferenz und Honigpumpe am Arbeitsplatz“. Die Verhandlung der gesellschaftlichen Belange (= eine Definition von Politik) findet in den Museen bei regelmäßigen Bürger*innenversammlungen (Jour fixe) statt und sind an ein globales Räte- und Delegierten-System angegliedert, das von unten nach oben organisiert ist. Gemeinde Jour fixe, eine Vision!

Das Wahlexperiment beginnt mit einer moderierten Gesprächsrunde. Thema: was eigentlich haben wir im Kopf? Wie Bildung und Politik zusammenhängen. Je nach Größe des Publikums soll am Ende der Gesprächsrunde per Stimmzettel ein 3er-Rat aus gleichberechtigten Bürgern/ -innen gewählt werden, nämlich ohne Kandidatur aus der Gesamtheit aller Anwesenden!

IMG_20160508_161131MUSEUMS CHANGE LIVES

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