Landkarten der Demokratie

„Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.“ (Walter Benjamin)

 

EYCH2018_Logos_Lavender-DE-72.png

Druck

KKA_4c10

 

BKA_Logo_cmyk.jpg

 

WANDERAUSSTELLUNG

Wann ist ein Runder Tisch wirklich rund und wann sind Freie Wahlen wirklich frei? So lauten die zwei Themen, die seit Jänner 2019 mit der Wanderausstellung LANDKARTEN DER DEMOKRATIE durch Kärntner Schulen und Gemeinden reisen – eigentlich als Demokratie Workshop speziell zu alten und neuen Entwürfen, in denen Dörfer (Gemeinden) statt PräsidentInnen die Welt regieren – von unten nach oben verbindlich vernetzt.

Ein lose über einen runden Segment-Tisch ausgebreitetes Display aus Skizzen und Notizen zeichnet entlang der gängigsten Begriffe der Demokratie 100 Jahre Republik Österreich nach. Am selben Tisch, bei einem Gespräch und anschließenden Wahlexperiment werden mit dem Publikum (ausgehend vom Runden Tisch selbst) die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten politischer Mitsprache diskutiert. In den Schulen vormittags, Gemeindesälen und Kulturstätten abends dauert die Veranstaltung etwa zwei Stunden. Die Wanderausstellung ist das Ergebnis eines Workshops, der in Kooperation mit der NMS – Neuen Mittelschule Bleiburg/ Pliberk im Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018 im Rahmen des von Kultur-Kontakt Austria österreichweit ausgeschriebenen Programms „Geschichte gemeinsam verhandeln“ stattgefunden hat. Die realisierten Projekte, darunter auch die Landkarten der Demokratie wurden in Wien im hdgö – Haus der Geschichte Österreich präsentiert. 21 Jugendliche haben gemeinsam mit den Künstlerinnen Patricia Deisl, Edith Payer und Loretta Stats 1. die Machtstrukturen der Republik im Vergleich zu jenen von Österreich-Ungarn, 2. die Wahlsysteme seit Abschaffung des Adels und der Alleinherrschaft und 3. die Rechte des Volkes hinterfragt. Moderiert hat die Gruppe der ehemalige Geschichtslehrer und Politiker Raimund Grilc. Die begleitenden Lehrerinnen der Schule waren Direktorin Christine Meklin-Sumnitsch, Anna Maria Kutej, Maria Kušej und Luzia Kreutz. Mit dem Schwerpunkt Freie Wahlen ist die Tour auch schon eine Vorbereitung auf 2020 und die Ausstellung DIE FREIHEIT DER WAHL/ Freedom of Choice, die 100 Jahre nach dem Kärntner Plebiszit ausloten will, wie frei die Freien Wahlen eigentlich sind. Die sechsmonatige Ausstellung findet begleitet von monatlichen, im Haus stattfindenden und thematisch variierenden Runden Tischen im Rahmen von CARINTHIja 2020 statt.

Carinthi-ja Logo

 

Dauer: 2 Stunden inklusive Rund-Gang, Table Talk und Wahlexperiment.

dscf5188

dscf5147

Wolfsberg, Container 25, am 11.01.2019

DSCF5313 2

Runder Tisch, MAB 2019

Intention

Das MAB sammelt soziale Modelle der Kunst, Alternativen der Gesellschaft, die zum Teil in Vergessenheit geraten sind. Die Botschaft der Moderne war klar: „Das Volk kann doch seine Interessen selbst vertreten.“ 1971 gründete der zitierte Künstler Joseph Beuys zusammen mit Johannes Stüttgen und Karl Fastabend die „Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“. Dazu wurde ein Manifest unter anderem mit der zentralen Forderung der „politischen Willensbildung von unten nach oben“ verfasst. „Jeder Mensch ist ein Künstler, seine kreativen Handlungen können zum Wohl der Gesellschaft beitragen.“

In Referenz auf Beuys „Permanente Konferenz“ laden die Table Talks der LANDKARTEN DER DEMOKRATIE dazu ein, das Prinzip der Gleichheit zu verhandeln. Gemeinsam mit dem Projektpartner Lukas Vejnik von PolyLoge wurde zu historischen Runden Tischen recherchiert und ein Konzept entwickelt, wie man über Modelle der Teamarbeit in einen produktiven Wissensaustausch treten kann und damit gegen gewisse Formen von Diskriminierung und Hass sowie andere negative Auswirkungen der sogenannten Streitkultur ankommen kann, die die Politik weiter zu bestimmen drohen.

 

Das Wahlexperiment

Das Gesellschaftsmodell „United Communities/ die Weltherrschaft der Dörfer mit den Museen als neue politische Zentren“ des Museumsgründers Alex Samyi dienen diesem Wahlexperiment als Vorlage für ein Wahlexperiment. Simuliert wird eine Wahl, bei der frei, geheim und ohne Kandidatur aus dem Kreis aller Teilnehmenden gewählt werden darf, nämlich ein Kuratorium aus fünf, sieben oder neun gleichberichtigten Personen mit dem fiktiven Auftrag, eine lokale BürgerInnen-Initiative zu gründen (mit oder ohne Bezug zu überregionalen oder globalen Themen). Bei dieser Wahl verlässt man sich alleine auf das eigene Sensorium für die Talente und Fähigkeiten der anderen im Raum (die man während des Table Talks beobachten konnte). Dasselbe Experiment wurde bereits im Workshop mit den 21 SchülerInnen der NMS Bleiburg durchgeführt und verspricht ein ganz neues Gefühl von Freiheit, die sich sehr gut mit Gleichheit und sozialer Verbundenheit (Brüderlichkeit) vereinbaren lässt.

IMG_20160508_161131MUSEUMS CHANGE LIVES

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s