2014

Slow! Erster Weltkrieg Dada

Das Museum am Bach ist ein neuer Typus Museum, nämlich das erste für Systemkunde.

Untergebracht ist es in der ehemaligen Egger-Bäckerei und -Mühle in Ruden/Ruda. Der architektonische Reiz des erst notdürftig adaptierten Gebäudes besteht aus einer spannenden Abfolge niederer und hoher, 50 und 100 Jahre alter Räume. Insgesamt verfügt das Museum über 800m2 Ausstellungsfläche. Eröffnet wurde das dreistöckige Ausstellungshaus am 28. Juli 2014, genau 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Das Museum am Bach sammelt soziale Modelle, im Besonderen die Utopien der Moderne. Die Eröffnungsausstellung “Slow! Erster Weltkrieg Dada” ging dafür zum Anfang der Moderne und Beginn der Individualisierung zurück. Was haben der Adel, die Industriellen und Militärs jener turbulenten Zeit unter dem Begriff soziale Ordnung verstanden? Jede neue politische Haltung wird unterschiedlich begründet. Dieselbe Geschichte wird in jedem Land anders erzählt. Will man alle Positionen objektiv vergleichen können, ist man automatisch zu fremden Perspektiven herausgefordert. Genau diesen Ansatz einer multiperspektivischen Selbstaufklärung verfolgt das Systemkundemuseum mit seiner künstlerischen, kollaborativen und partizipativen Forschung.

Dada steht für Nonsens gegen den Konsens. Bei der Untersuchung der Gesellschaft vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs sollten vor allem die hegemonialen Machtstrukturen dekonstruiert werden. Der Ausruf „Slow!” im Ausstellungstitel will wie ein Verkehrszeichen die Rasanz bremsen, mit der auch heute noch an allen politischen Alternativen vorbei geeilt wird.

Man kann davon ausgehen, dass sich die Gesellschaft immer weiterentwickelt. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Den besten Schutz findet er in einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Systemkunde kann also zu Gemeinwohl, Frieden und damit auch zum eigenen Überleben beitragen. Daher gibt zu jeder Zeit Menschen, die den Mut haben, der Gesellschaft Alternativen aufzuzeigen. Der Widerstand der konservativen Kräfte ist garantiert. Neue Modelle landen in den Schubladen noch bevor sie sich behaupten können. Die Idee ist, sie dort hervorzuholen und sichtbar zu bewahren. Darüber steht nur die Mission, ein neuartiges Ganzheitsbewusstsein zu erzeugen.

Angenommen sämtliche Gegenwarten von Gesellschaft bestünden aus den Elementen Information, Materie und Energie, dann wäre ihr wesentlichster organischer Sinn die Übersumme. Hier, an der Schwelle zur Frage nach den transzendentalen Zusammenhängen setzen die meisten Wissenschaften aus. Zu sehr sind sie dem alten Grundsatz verhaftet, Vernunft und Glauben trennen zu müssen. Erst die Quantenphysik hat die aristotelische Ganzheitlichkeit, „das Ganze ist mehr als die Summe ihrer Teile“, wieder aufgegriffen.

Ausstellungsverzeichnis

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FAST SLOW. ENJOY THE RULES

Parcours

zur Rolle der Frau in der Gesellschaft aus 10 an Baumstämmen befestigten Tagebuch- und Brief-Auszügen, die dem Buch „Heimat/Front“ von Christa Hämmerle entnommen sind und entlang dreier Fischteiche vom Schicksal dreier Frauen im Ersten Weltkrieg zeugen. Das Buch ist im Böhlau-Verlag erschienen.

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Katrin Ackerl Konstantin

ist Schauspielerin und Regisseurin und beschäftigt sich mit dem Terminus „Participating Arts“ als interdisziplinäre und partizipative Forschungsstrategie mit künstlerisch-wissenschaftlichem Ansatz. Prämierte Arbeiten und Auszeichnungen. Internationale Projekte und Publikationen zum Thema Performance und Performativität.

Rosalia Kopeinig

ist Psychologin und Pädagogin. Geschäftsführerin des Carinthian International Club sowie Mitbegründerin der International School Carinthia. Arbeitet zum Thema Diversität und Migration in den Bereichen Bildung und Beratung. Lehrtätigkeit, Publikationen und prämierte interkulturelle Projekte.

2

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(DE)MONTAGE DER NARRATION

Video-Projektion

Was hätte den Ersten Weltkrieg verhindern können? Einem Western sind die genretypischen Handlungsabläufe entzogen. An ihrer Stelle Endlosschleifen aus rein visuellen Reizen.

Friedrich Zorn

studierte bei Ruth Schnell an der Universität für angewandte Kunst in Wien Digitale Kunst.

3

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MANIFEST VON BAD ISCHL

Kopie

Das Original befindet sich im Oberösterreichischen Landesarchiv. Am selben Tag der Kundmachung vom 28. Juli 1914 beendete Kaiser Franz Joseph I. seine Sommerfrische und kehrte nach Wien zurück. In seiner Kriegserklärung an Serbien hat er sich auf die Vorsehung berufen. Die Umtriebe eines hasserfüllten Gegners hätten ihn dazu gezwungen, zur Wahrung der Ehre seiner Monarchie zum Schwert zu greifen.

4

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SUPERSTARK

Eröffnungsperformance

vom 28. Juli 2014, 19:00 Uhr. Dadaistisch den Hang vor dem Museum herab stolpernde Heldenparade mit Ahmet Avkiran, Niki Meixner, Tina Perisutti, Sigrid Seberich und Urban Playground – den Parkour Akrobaten Markus Krasser, Peter Piuk, David Schessl. „Dumm, dumm, dumm, jetzt wird geschossen!“

5

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PLUS

Serie Fotos/Interventionen – Lippitzbachbrücke

An fünf historisch aufgeladenen Orten Unterkärntens und am Heldenplatz in Wien wurden dieselben zwei weißen Stoffbahnen aktionistisch zu „Plusen” ausgebreitet und fotografisch in Szene gesetzt. Die großformatigen Bilder sollen zum hinzu Projizieren und neu Verstehen einladen. Viele Wunden sind noch nicht geheilt.

Detlef Löffler

in Freiburg geboren, in Bayern und Kärnten aufgewachsen, lebt und arbeitet in Wien und Kärnten. Bekannt ist er für seine Foto-Recherchen an Orten, die aus dem kollektiven Gedächtnis zu verschwinden drohen (Fotobuchproduktionen).

6

Spielplatz

HOLZBAUSTEINE

Vermittlungs-Spielplatz für Kinder und Erwachsene. Schwungseile und Türme aus Holzbausteinen auf engstem Raum.

Peter Kramer

Tischler, Nachbar.

7-8

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AN MEINE ZAPF DINGBADS

Laserprint und Reenactment

der „kaiserlichen Kriegserklärung“. Ausstellung und dreistündige detaillierte Verlesung des in die „Zapf Dingbads“ des Typographen Hermann Zapf übertragenen Manifests von Bad Ischl im Turbinenraum des hauseigenen Kleinstkraftwerks vom 28. Juli 2014, im Rahmen der Museumseröffnung – Stern, Dreieck, groß, klein usw.

Herwig Steiner

HST

In den Bereichen Medienkunst, Film und Musik tätig. Entwickelt, produziert und promotet Projekte an den Schnittstellen nicht spezifisch gebundener Medien. Seine Experimente konzentrieren sich auf jene Phänomene, in der die virtuelle Welt in die reale eindringt. Lebt und arbeitet turnusmäßig in Wien und Villach. Studierte 2000 – 2006 an der Universität für angewandte Kunst, Wien Digitale Kunst / Visuelle Mediengestaltung unter den Professoren Peter Weibel, Thomas Fürstner und Karel Dudesek.

9

Kasten1

SYSTEMKUNDEKASTEN

Objekt

Alex Samyi

Geb. 1958 in Wien, lebt in Ruden. Gründer und Leiter des Museum am Bach, Museologe (Masterlehrgang an der Universität für angewandte Kunst, Wien), Künstler und Szenograf.

10

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WENN DAS WÖRTCHEN WENN NICHT WÄR

Video, 00:00 Min.

Die Frage was wäre, wenn es den Ersten Weltkrieg nicht gegeben hätte, wird hier mit einem leer bleibenden Monitor und offener DVD-Lade beantwortet.

HST

11

HOR

JEDE MINUTE PASSIERT ETWAS

Video, 03:17 Min.

Der Blick auf einen dicht bewaldeten Abschnitt der Gießbachbahn, welche im Jahre 1910 eröffnet wurde und der Beförderung von Touristen vom Ufer des schweizerischen Brienzersees hinauf zum Grandhotel Gießbach diente und heute noch dient, behandelt die Zahnradbahn als minütlich vorbeiziehendes Ereignis und Schweizer Idylle nostalgischer Langsamkeit. Der europäische Aufbruch in die Moderne hätte so stolz und erhaben ewig fortgesetzt werden können, wenn es nicht auch die andere Seite, die Mittellosigkeit gegeben hätte,

Marc Horisberger

Geboren 1968. Diplom in Bildhauerei der Schule für Gestaltung Bern sowie einen Masterabschluss in Ausstellungstheorie und -praxis der Universität für angewandte Kunst in Wien. Seinem ursprünglicher Studienabschluss in Internationalen Beziehungen an der Universität St. Gallen folgte ein Doktorat in Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Fribourg. Marc Horisbergers künstlerische Tätigkeit umfasst Arbeiten in den Bereichen Fotografie, Video, Bildhauerei und Installation. Als freier Künstler und Kurator ist er vorwiegend in der Schweiz und Österreich tätig.

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Schwarz

URLAUBSGRÜSSE

Video-Intervention

in den Feldpost-Raum. Das Video aus dem Jahr 2006 unterlegt Filmaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg mit Big-Band-Sound und „Urlaubsgrüßen“ aus den 1950ern.

Christoph Schwarz

1999-2006 Universität für angewandte Kunst, Wien – Medienkunst bei

Prof. Peter Weibel, Prof. Karel Dudesek, Prof. Tom Fürstner

2003/2004 VŠUP Prag, Akademie der Künste, Konzeptkunst bei Prof. Jiři David.

2004/05 Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien

2006/07 Städte- und Regionalplanung an der Technischen Universität Wien

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

2013 ORF III Artist-in-Residence

2011 Vienna Independent Shorts, Audience Award, VAM Nachwuchspreis

2010 BMUKK Startstipendium Medienkunst

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My beautiful picture

FELDPOSTRAUM

In dem in die Ausstellung integrierten Heimatkunderaum werden zensurierte k.u.k.-Feldpost-Gruß-Karten gezeigt, die den Krieg wie einen Spaziergang erscheinen lassen. Zwei Wände voll hat der Sammler und Nachbar Franz Tschebular zusammen getragen. Er und Josef Jakab sind das Komitee Lippitzbach und in allen heimatkundlichen Fragen Dauerpartner des Museums am Bach. Jakab hat Ansichten von Ehrenpforten beigesteuert, die 60 Jahre vor dem Krieg zum Empfang des heranreisenden Kaisers in ganz Kärnten aufgestellt worden waren (siehe Bericht unten) und nun neben Erinnerungsstücken aus dem eigenen Dachboden dem Konzept der k.u.k.-Propaganda nachspüren.

Mit den Interventionen von Christoph Schwarz (Urlaubsgrüße) und Herwig Steiner (9500 Villach) gehört der Raum zu den dramaturgischen Schlüsselstellen der Ausstellung.

Auszüge aus dem Bericht „Reise Ihrer k.k. Apostolischen Majestäten Franz Joseph und Elisabeth durch Kärnten“ vom September 1856:

„Gegen Ruden zu wehten von der auf dem Lisnaberge thronenden Wallfahrtskirche, so wie von der hohen Burgruine Weissenegg kolossale Fahnen und donnernde Pöller dem Allerhöchsten Reisezuge entgegen, der in dem reich mit Blumen und Waldesgrün geschmückten Dorfe Ruden von der Bevölkerung mit donnernden Vivats begrüßt wurde.

Von hier führt ein Seitenweg in die Thalschlucht, wo an dem Ufer der Drau das dem Grafen Ferdinand Egger gehörige Eisenwalzwerk Lippitzbach liegt, und der Besitzer eine reizende Villa und einen großartigen herrlichen Park hervorgezaubert hat.

Den oberen an die Reichsstraße grenzenden Platz (siehe unten) hatte die Munificenz und der Geschmack des Besitzers auf überraschend sinnige und reizende Art ausgestattet. Dort wurden die Allerhöchsten Majestäten von einer großen, aus der Umgebung besonders von den jenseits der Drau gelegenen Ortschaften herbeigeeilten Menschenmenge mit Ehrfurcht und freudevollem Zurufe begrüßt, während eine im Park aufgestellte Musikkapelle die Volkshymne ertönen ließ und der Donner von Freudenschüssen über die Fluren rollte. Seine Majestät ließen anhalten. Graf und Gräfin von Egger traten zum Wagen und hatten die Ehre Ihre Majestäten anzusprechen und höchstdenselben im zierlichen Körbchen frisches Obst überreichen zu dürfen, welche Gabe mit huldvollen Dankesworten aufgenommen wurde.

An der Tiefenbacher Realität, wo der Bau einer neuen, gewölbten, dreizehn Klafter über die Thalsohle sich erhebenden steinernen Brücke geführt wurde, war das eben zur Einwölbung fertig gewordene Gerüst (siehe Abbildung) unter Anleitung des Inspicienten k.k. Baueleven Franz Schuller auf das Zierlichste mit Zweigen, Blumen, Kränzen und Fahnen, durch ein aus Arbeitsgeräthen gebildetes Tableau geschmückt, und die Arbeiter mit Fähnchen theils am Gerüste, teils am Wege aufgestellt. Hier wurden Ihre Majestäten von dem herzlichen Zurufe des versammelten Volkes und den donnernden Eviva`s der italienischen Arbeiter begrüßt. Baueleve Schuller hatte das Glück, über den Bau Bericht erstatten zu dürfen und mehrere darauf bezügliche Fragen zu beantworten.“

Dem Bericht angehängte „Beschreibung der Ausschmückung des sogenannten Hanselplatzes vor dem Parke des Herrn Ferdinand Grafen von Egger in Lippitzbach“:

„Das bestehende, den Park einfriedende Klötzelgeländer war mit einer Anzahl von über hundert Stück Blumenbouquets geziert. Auf dem grünen Rasenplätzchen unmittelbar hinter der Einfriedung stehen zwei von dem im Hintergrunde liegenden Walde vortretende riesenhafte Tannen. Der Zwischenraum dieser zwei Bäume war mit einer staffelförmigen Gruppierung der seltensten Gewächse in den beliebten Vasen antiker Form aus Thon ausgefüllt. Ueber dieser Blumenstaffage waren aus den ausgesuchtesten Georginen nach bestimmten Farben verschmolzen die Namenszüge der Allerhöchsten Majestäten und der kaiserlichen Prinzessinnen Sophie und Gisela, sämtlich mit schönen Blumenguirlanden umwunden, zusammengestellt.“

14

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9500 VILLACH

Intervention in den Feldpost-Raum

Eine in die Reihe der Feldpostkarten geschmuggelte Ansichtskarte von Villach mit Spuren einer abgebrochenen Aktion. Mit rund 60.000 Nadelstichen wäre das Panorama der Stadt zur Gänze pulverisiert worden. Zu zweit hätte man dafür 8 Stunden benötigt. Die Zahlen beziehen sich auf die im Ersten Weltkrieg Gefallenen pro Tag, die Einwohnerzahl Villachs und die Dauer eines Arbeitstags.

HST (zusammen mit Peter Moosgaard)

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Kandut9

KANNST DU

IN BALANCE SEIN,

WENN DER REST DER WELT

SEINE IDENTITÄT

NICHT MEHR SUCHT?

DIE VERLORENHEIT

ÜBERWINDEND –

JETZT –

INMITTEN VON

SOMMERREGEN,

SICH (DIR)

DAS SELBST -ERBLÜHT!

Auf einem dünnen Stahlseil quer auf Bauchhöhe hängt eine rund 200kg schwere Eichenholz-Skulptur. Perfekt ausbalanciert suggeriert sie dennoch Leichtigkeit.

Alexander Kandut

Geboren 1962 in Klagenfurt. 1988 Diplom an der Akademie der Bildenden Künste Meisterklasse für Bildhauerei bei Prof. Gironcoli.

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Weltenschluckerl

DER WELTENSCHLUCKER

Öl auf Leinwand, 2014, 50 x 65cm

WEIBSBILD SUCHT EIN FRAUENZIMMER

Gouache und Lack auf Papier, 2009, 30 x 27cm

CHARLY UND DIE BUMSTRARA

Gouache und Lack auf Papier, 2003, 30 x 27cm

TOTENSCHÄDEL

Gouache, 30 x 30cm

PISTOLE

Gouache, 30 x 30cm

Der „Weltenschlucker” lässt sich so interpretieren, dass hinter der Fassade der Demokratie, in den Schulen, Ämtern und Firmen immer noch Einzelne wie Diktatoren über die Köpfe der anderen hinweg entscheiden.

Burgi Maierhofer

St. Agnes bei Völkermarkt. Geboren 1944 in Bleiburg. Zeichnen, Malen und Kunstgeschichte bei Prof. Erich Trost, Klagenfurt.

22

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PLUS

Serie Fotos/Interventionen – Grabkapelle Lippitzbach

Detlef Löffler

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http://www.friedrichzorn.com/walking.html

FLAKISOUNDI

Schuhkamera-Video

Krimi ohne Handlung. Der Titel bezieht sich auf der Rhythmus der Schritte in einem betonierten Treppenaufgang. Eine Frau in Schuhen mit hohen Absätzen wird verfolgt.

Friedrich Zorn

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OSM

SYSTEMISCHE REIFEENTWICKLUNG –

PERSÖNLICHE VERANTWORTUNG

Grafische Darstellung des Open System Model® des Tiroler Architekten Kambiz Poostchi.

Frank Waltritsch

Lebt und arbeitet in Villach (coachingpartner). Absolvent der HTL in Klagenfurt. Systemischer Coach, Trainer, Lehrgangsleiter, Künstler, Sportler, Körpertherapeut.

25

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FERNEISEN

Objekt

Readymade. Industriell gefertigtes Abbruch- oder Einbruchwerkzeug, das mit einem Zielfernrohr ausgerüstet ist.

Peter Moosgaard

Geboren 1983, lebt in Wien. Absolvent der Universität für angewandte Kunst, Wien.

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Kumer

BETEN WIR FÜR DIE GEFALLENEN

Herrgottswinkel gehäkelt

Im Winkel ein Rosenkranz aus fein umgarnten Steinen und Gewehrpatronen…

Melina Reichmann

St. Michael ob Bleiburg. Ausbildung: Industrie- und Objektdesign in Ferlach. Masterclass für Objektdesign an der italienischen Privatschule Scuola Italiana Design. Praktikum bei Geox und Diesel. Seit 2013 arbeitet sie selbstständig in den Bereichen Schmuck- und Grafikdesign.

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KONTRASTE

Öl auf Leinwand

Die meisten Menschen verfügen über ein Schutzventil, das sich von selbst schließt, wenn ihnen die Eindrücke von außen zuviel werden. Hier übernehmen feine Pinselstriche und starke Hell-Dunkel-Kontraste das Filtern und Abblocken.

Paul Kronawetter

Feistritz/Drau. Studierte bei Gunther Damisch an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

29

B0044P 0060

DICKE BERTHA

Edding 3000, 1994-2014

Wie entsteht Ding-Bedeutung? Auf einem roten Samtkissen ist ein stark abgenützter Eddingstift des Künstlers platziert, der wegen seiner Reichweite den Spitznamen „Dicke Bertha” bekommen hat. Dicke Bertha nannte man im Ersten Weltkrieg die schweren Mörser, die bis zu 14 Kilometer weit entfernte Ziele treffen konnten.

HST

30

Alois

NICHTS SEHEN, NICHTS HÖREN, NICHTS SAGEN

Installation aus mundgeblasenen Glaskörpern und Eisenstäben

Wie geht man mit den Fehlern der Gesellschaft um? Die drei auf den unbehandelten Betonboden gelegten Glaskörper haben die Empfehlung der „Drei Weisen Affen“ übernommen.

Alois Hechl-Kreuter

Geb. 1961 in Tirol. Glasfachschule in Kramsach in Tirol. Betreibt in Villach eine Glas-Werkstatt und ein Geschäft. Gründete 2004 mit Alex Samyi das Duo Hechl-Kreuter/Samyi.

31

Scharm

INTER.FACE

Videoinstallation

Diplomarbeit 2014

Der mit vier Monitoren in die vier Himmelsrichtungen weisende Videoturm reiht scheinbar wahllos aktuelle Kriegspropaganda aus dem Internet und Satellitenfernsehen aneinander. Der kommentierende Ton ist abgedreht. Die Quellenhinweise am oberen oder unteren Rand der Bilder bestätigen aber, dass hier Terroreinheiten genauso wie Regierungs- und Friedenstruppen durchwegs ähnliche Rechtfertigungen abgeben.

Peter Scharmüller

Oberdrauburg. Studierte 2004 bis 2014 an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Arbeitet bei den Austrian Armed Forces, Jägerbataillon 25, welches auf Friedenseinsätze in Krisengebieten spezialisiert ist.

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KLEIDERTAUSCH

Videoduett mit Herwig Steiner und Martin Dueller

Länge: 25:20 Min.

Ein Reenactment des „kaiserlichen Kleidertauschs“ von Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II. von 1913.

HST

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PLUS

Serie Fotos/Interventionen – Lippitzbachgraben

Detlef Löffler

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Aug

AUGENSTUDIEN

Holz- und Linolschnitte auf Stoff

Das Auge als Tür zur Seele ist das Motiv einer Serie sinnlich ansprechender Holz- und Linolschnitte auf Stoff.

Ariadne Sevgi Avkiran

Geboren in Wien, aufgewachsen in der Türkei und Südtirol, ist ausgebildete Modedesignerin und studiert/studierte in Graz transkulturelle Kommunikation / Dolmetsch Englisch, Türkisch. Kurse klassischer Drucktechniken in den USA.

39

AugSheida

GLEICH / EVEN

Lyrik und Video, 04:25 Min.

Stimme: Ildiko Babos, Schauspielerin, Wien

Das s/w-Video zeigt in schneller Abfolge verunsicherte, lächelnde, ernste, traurige, glückliche und nachdenkliche Augen aus der Zoomperspektive einer filmenden Kleinbildkamera. Synchron verhandeln Wortspiele die Gleichheit der Menschen: „sind wir nicht alle – gleich – gültig… und …warum nicht – gleich?“.

Sheida Samyi

Ausbildung zur Computergrafikerin an der Parsons School of Design in New York. Arbeitet als Lyrikerin und Typo-Künstlerin vorwiegend in den Bereichen der bildenden Kunst.

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Detlef11

PLUS

Heldenplatz

Detlef Löffler

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DREAM1

DREAMCAN PROJECT

Am Eröffnungsabend, in einem zum sogenannten „Traum-Inkubator“ umgebauten Oldtimer-Campinganhänger haben Rainer und Barbara Peraus sowie Marion Slunsky von der youtopia-Group  interessierte Gäste gebeten, ihre (Zukunfts-)Träume auf Zettel zu notieren. In einem „abschließenden“ Akt wurden diese ersten Träume eines mehrjährigen Interviewprojekts in Dosen „abgefüllt“. Wann und ob diese wieder geöffnet werden, steht noch nicht fest.

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Text

ROBERT-MUSIL-ABEND

„Backstube 01“ vom 19. September 2014, 19:00

Mittels eines Microsoft-Word-Tools wurde Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften” auf 40 kurze Sätze reduziert und als Ereignis direkt mit dem Publikum szenisch vorgetragen. Kreativ angeleitet hat den Abend die Literaturforscherin Regina Schaunig. Ihr Buch „Der Dichter im Dienst des Generals“ über Robert Musil als Propagandaautor des Ersten Weltkriegs, das im kitab-Verlag erschienen ist, war Ausgangspunkt der Ausführungen des Historikers und Verlaggründers Wilhelm Baum zur Kriegsbejahung der Intellektuellen am Beginn des 20. Jahrhunderts.

Fotos: Marc Horisberger, Detlef Löffler, Barbara Peraus, Alex Samyi, Iris Wiegele

Text: alex samyi