Schöne Ausstellung

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Das Plakat (oben) zur diesjährigen Sonderausstellung SCHÖNE OPERATION zeigt eine schöne Operation des „Zentrums für politische Schönheit“, mit der das Berliner Künstlerkollektiv bereits 2015, ganz am Anfang der sogenannten Flüchtlingskrise Schlagzeilen machte. Erst von dieser einen verankerten Rettungsplattform wurde berichtet – 1000 sollten es sein. Weiterhin ertrinken im Mittelmeer zwischen Tunesien und Sizilien jährlich mehrere 1000 Kinder, Frauen und Männer, die nach nichts anderem suchen als Zuflucht und Freiheit.

Rahman Hak-Hagirs Denk-Labor „Divided Society“ spiegelt das Dilemma, dem die Gesellschaft gegenwärtig ausgesetzt ist. Sie soll zwischen den alten und neuen Maßstäben wählen, doch während die alten nicht mehr taugen, weiß man mit den neuen noch nichts anzufangen.

Zenita Komad – die Nr. 3 der österreichischen Künstler/ Künstlerinnen unter 40 – zeigt ihr Modell von einem Sitzkreis in einem Fußball-Stadion mit nur einem Tor (One Goal), nämlich vor dem Plakat: It`s time for spiritual action!

 

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Die meisten Probleme unserer Zeit kommen vom Mangel an Gelegenheit, sich mit anderen Gesellschaftsgruppen geistig auszutauschen.  Es wird zu eng gedacht. Die Museen können dem entgegen wirken. Sie können ein Gegengewicht zur Tagespresse bilden, die aktuell mit den Schlagwörtern Islamophobie, Klimawandel, Staatskasse, Flüchtlingsstrom, Umverteilung, Immigration, Arbeitnehmer, Mindestlohn usw. für diese enge Sicht der Dinge sorgt.

Wer sich die Frage stellt, was eine schöne Operation beziehungsweise Handlung heute alles sein kann, kann noch bis 26. Oktober die Ausstellung besuchen. Es gibt nur ein großes Versäumnis: die vielen Garten Edens, die Künstler in den letzten Jahrzehnten geschaffen haben. Martin Schöffmann mit einem Stück aus seinem Garten weist darauf hin. Vielleicht kann das einmal nachgeholt werden.

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Wie wichtig ist uns die Schönheit

der Gesellschaft – von Taten, Handlungen oder Operationen? Wie schön wären diese, wenn wir genau das wollten, eben dass sie schön sind?

Diese auf das Scheitern der Ich-Gesellschaft und die Notwendigkeit eines neuartig ganzheitlichen Gesellschaftsbewusstseins bezogene Fragestellung wurde von den teilnehmenden 15 Künstlern und 21 Künstlerinnen der Ausstellung – wie erhofft – nur zum Teil übernommen und äußerst frei ausgelegt.

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Ihre einzelnen Positionen scheinen in demselben Dilemma zu stecken wie die Gesamtgesellschaft selbst: das Akzeptierte funktioniert nicht mehr, das vielleicht funktionierende Neue ist noch nicht akzeptiert – innerhalb dieses alle Bereiche des Lebens und Zusammenlebens umfassenden Umbruchs – was darf(!) da schön sein? Veränderung ist oft mit Schmerz verbunden – so belegt es das Leben – schon bei der Geburt und schließlich auch beim Sterben.

Dem wollen nicht einmal die schönsten Utopien der Sammlung des MUAB widersprechen, nicht die environment-technischen Exkursionen der Kooperationspartner Bionikum, Die Verknüpfer, BKK-3, Klimabündnis und Kärnten Solar und schon gar nicht die Mittelmeer-Aktion des Zentrums für politische Schönheit – ZPS aus Berlin, das zwischen Tunesien und Italien provisorisch 1000 Rettungsplattformen installieren will aber eigentlich ein Jahrhundertwerk, eine Autobahnbrücke übers Wasser von Afrika nach Europa vorschlägt und im Hintergrund dessen ein völlig neues Machtkonzept.

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Ohne in diesem ersten Überblick über die Saisonausstellung „Schöne Operation – Designing Beauty“ auf alle Arbeiten einzugehen zu wollen – Anna Vasof mit „Brake Dance“ zum Beispiel ignoriert die Schönheitsfrage ganz – in Schuhen mit Bremsen und einem vorgebauten Gestänge, an dem in Augenhöhe eine Verkehrsampel in klein befestigt ist, unterwandert sie einfach die allgemeinen behördlichen Regeln und folgt ihren eigenen.

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Eine Anleitung zur gesellschaftlichen Schönheit hat nur Zenita Komad parat: sie empfiehlt den verschiedenen im weitesten Sinne Parteien der Welt, sich statt zum Streit zu einer freien Multiplikation von Geist, Gefühl und Idee in 10er-Sesselkreise zu setzen: It`s time for spiritual action! Ob man mit derartigen Veranstaltungen Fußballstadien füllen kann? Das Modell dazu heißt „One Goal“ – das circleXperiment.

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Die Ausstellung handelt also von der Unmöglichkeit der Möglichkeit oder Möglichkeit der Unmöglichkeit, einmal eine in Frieden zusammenlebende Gesellschaft zu gründen – eine „Other Society“ wie die von Rahman Hak-Hagir, der in der Ausstellung zusammen mit Lena Catalina Stan ein Labor zur Behandlung gesellschaftlicher Abweisung und Ausgrenzung/ der „Divided Society“ eingerichtet hat.

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Erst die Vielfalt (der Farben in und auf uns) macht uns schön und lebendig – davon erzählt das 4m lange, ursprünglich weiße Kleid, das nach der 20minütigen Eröffnungs-performance F7UIDS (Version II) des Kopenhagener (Cyborg-)Duos Nuleinn (01) liegen geblieben ist.

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Direkt und ganz und gar unverfälscht folgt das Video „Schönheit total“ von Friedrich Zorn den Kamera-Spuren der Interessen(!) seiner beiden Kinder.

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Auch Ariadne Sevgi Avkiran wollte sich nicht auf ihre eigenen Sinne beschränken und lädt rund um ihren „Tactile Art“-Tisch Blinde und Sehende zu einem freien Wahrnehmungs- und Gedankenaustausch ein. Ein Angebot, das über den Kärntner Blindenverband oder das Museum gebucht(!) werden kann.

Detlef Löffler verstört und fasziniert zugleich – mit Photoshop-Montagen, die ihn selbst mit dem Vorstand der Freunde des Museum am Bach in vier Portrait-Ausführungen zu einer Identität(!) verschmelzen lassen.

In einer Nische befinden sich 5 Mindmaps und ein „Arbeitstisch“ voll Büchern und Internetrecherchen – die begonnene Sammlung der Sozialmodelle.

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Das MUAB inventarisiert diese in drei Kategorien:

  1. Horizonte des Denkens und Handelns – ideologische Ausrichtung (I)
  2. Individuelle Rechte (R)
  3. Qualität der Kommunikation (C)

Die Prinzipien, die vermittelt werden sollen, sind Selbstaufklärung und gesellschaftliche Mitverantwortung.

Genau hier setzt der Medienkünstler Herwig Steiner an – mit seiner „Schönen Operation am eigenen Beispiel“ und den „Unschönen Operationen 1 – 4“, die Aufträge an den Besucher/ die Besucherin sind.

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Fotos: Instagram

 

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Die Kunst, die Macht, das Schöne und die Freien Wahlen

Wird uns Konsumenten wie Produzenten das Schöne diktiert oder entscheiden wir selbst, was schön ist?

Ich beziehe mich auf die altpersische Poesie, in der das Schöne mit der Süße des Honigs verglichen wird und ziehe weiters Joseph Beuys Postulat „jeder ist ein Künstler“ heran um folgende These aufzustellen: das Schöne entsteht erst durch Vermischung (gleich wie der Honig aus dem gesammelten Nektar erst zusammen mit den körpereigenen Enzymen vieler kooperierender Bienen und dem Honigtau, den die Läuse absondern zum Honig wird). Demnach ist das Schöne immer das Ergebnis einer Kooperation.

Aber wie erzeugen wir „freien“ Menschen in unseren Zellen – den Schulen, Museen, Theatern, Ämtern, Fabriken, Restaurants und Geschäften – das Schöne? Und was genau meinen wir, wenn wir sagen: das war ein schöner Tag?

Viele unserer Teams, Firmen und Abteilungen werden von Chefs oder Chefinnen geführt, die bei ihren Vorgaben prinzipiell über die Köpfe der anderen hinweg entscheiden. Unsere Demokratien sind erst auf halbem Wege Demokratien. In ihren Subsystemen sind sie immer noch Diktaturen. Der Wechsel zu einer radikalen, direkten, partizipativen Demokratie kann nicht bequem vom Sofa aus per Fernbedienung angesteuert werden. Eine  auf Freiheit, Gleichheit und Verbundenheit begründete Demokratie – vielleicht das wahre Schöne in der Gesellschaft – fordert von allen vor allem gegenseitige Wertschätzung.

Seit mehr als 100 Jahren greifen künstlerische Experimente in die soziale Ordnung der Gesellschaft ein. Jede Tat/ Handlung/ Operation kann sich jener Schönheit nähern, die wir ziemlich ungeschickt noch als Friedensutopie bezeichnen. Eigentlich handelt es sich um eine freie Wahl, nur dass diese in den sogenannten Freien Wahlen nicht vorkommt.

Alex Samyi, Ruden

Pizza

CLOSED TILL APRIL

Derzeit befinden wir uns im  Winter(SCHÖNHEITS)schlaf (in Wahrheit aber schon längst wieder munter im OPERATIONSRAUM). Die nächste Saisonausstellung „DESIGNING BEAUTY – SCHÖNE OPERATION“ wird am 23. April mit einem/dem Live-Art-Spektakel „GANZ-SCHÖN-FREI“ eröffnet werden. Das Ereignis wird am 2. Tag einer  dreitägigen SCHÖNEN Wochend-Kooperation mit Flux23, Unikum und Kunstraum Lakeside unter dem Motto „INS FREIE“ stattfinden.

Instant-Foto-Carpets

INSTANT-FOTO-GEWINNSPIEL

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Ein „Wettbewerb“, bei dem das mittlere(!) Talent gewinnt.

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Symbolfoto

DAS NEUNTBESTE INSTANT-FOTO GEWINNT eine INSTANT-LOMO

Mit dem Einsatz von EUR 1,- pro Bild ist man dabei. Es geht darum, während des Besuchs im Museum den richtigen Instant-Foto-Moment zu wählen – das Thema ist frei – schön wäre eine spannende Verbindung des Selbst mit der laufenden Ausstellung.